THE VOICE 51 erschienen

Es sind die kleinen Geschichten, die uns nach einem Jahrestreffen oft ewig in Erinnerung bleiben. Zugegeben, die nicht so recht wohlfeilen Würstchen waren ja auch wirklich nicht groß, womit ihnen in Kombination mit dem Preis der Aufstieg zum Running-Gag gelungen ist. Und so gibt es nach der unsäglichen Sinatra-BBC-TV-Doku für uns jetzt eine zweite Bratwurst-Doku. Desiree Nierfeld hält sie für uns fest, und gemeint ist damit der Bericht über unser vergangenes Jahrestreffen im schönen Zürich. Volker Weber hat es für uns organisiert, und dafür verdient er unser aller Dank – das hat er gut hervorragend hinbekommen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, und wenn wir eines aus dem Vorjahr gelernt haben: Je früher wir mit der Planung fürs nächste Jahr fertig sind desto günstiger sind die Anreisekosten. Und ich habe jetzt schon eine gute Nachricht: Das Jahrestreffen 2016 steht, sogar das Quartier konnte dieser Tage fixiert werden: Wir treffen uns in Berlin, und zwar vom 22. bis 24 Juli 2016. Organisator ist unser Schatzmeister Ulrich Brietzke, und unverbindliche Voranmeldungen sind bereits jetzt möglich.

Unangenehme Dinge bringe ich gerne hinter mich. Wenige Tage nach unserem Jahrestreffen erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben unseres Ehrenmitglieds Max Greger. Bernhard Vogel  hat die passenden Worte zu seinem Abschied gesucht. Ich kann nur hinzufügen: Max, vielen Dank für all die wundervollen Stunden, die Du uns beschert hast, Du wirst immer in unseren Herzen bleiben!

Um Big Band-Sound geht es auch im nächsten Text. Unser Hermann Wallner – das wissen ja viele – hat in Wien das Projekt der Blue Eyes Big Band auf die Beine gestellt. Vielen von uns hat er damit schon wunderschöne Abende beschert. Es gibt aber auch in Regensburg eine Blue Eyes Big Band, und bei diesem Namen ist es natürlich Ehrensache, dass sich auch die Kollegen aus Deutschland dem Thema Sinatra annehmen – und wie Hermann meint: Sie machen das gar nicht so unähnlich – und vor allem machen sie das auch gar nicht schlecht.  Aus dem Mund eines Musikers ist das eine sehr respektvolle Würdigung, und Hermanns Zeilen machen Lust auf deren Sound, und vielleicht wird das ja noch was mit der Idee eines musikalischen Wettstreits. Ich drück die Daumen.

Franks Medium war die Langspielplatte. Nicht nur, aber wenn er einem Medium den Stempel mehr als allen anderen aufgedrückt hat, dann war es die LP. Und just die längst totgeglaubten schwarzen Scheiben sind immer noch da, und werden sogar wieder wichtiger. Die Plattenindustrie hat das längst erkannt, und schickt mitten im Digitalzeitalter das Vorgänger-Medium der CD wieder ins Rennen um die Nachfolge der kleinen Silberscheiben.  Alex Schicke beschreibt  eine dieser Neuauflagen, und er erzählt uns auch, wie er zu seiner Neupressung von „Songs For Young Lovers“ gekommen ist, und natürlich bespricht er diesen Meilenstein in Franks Karriere.

Ob „Kings Go Forth“/„Rivalen“  ebenfalls so ein Meilenstein in Franks Schaffen war, ist hingegen fraglich. Zweifelsfrei ist dieser Film ein Stück Filmgeschichte, und nicht nur weil Frank mit Tony Curtis und Natalie Wood am Set gestanden hat. Auch wenn ich es war, der sich diesem Thema angenommen hat, ich kann darauf keine eindeutige Antwort geben, aber ein paar Ratschläge, falls Ihr den Film noch nie gesehen habt – und gesehen haben, sollten wir ihn auf alle Fälle.

Einen Rat hat auch noch Hermann Wallner für uns: Das neue Buch von Johannes Kunz: „Frank Sinatra und seine Zeit“. Es handelt sich dabei um eine angenehm altmodische Sinatra-Biographie, denn es ist kein Bilderbuch, sondern ein erfrischend textlastiges Werk eines Mannes, der – mit der Routine eines Autors von rund 30 Büchern – in charmant  spritziger Erzählweise nicht nur sehr, sehr viel über unsere Musik preisgibt, sondern seinen Lesern auch ein paar ungewöhnliche, aber zeitgeschichtlich relevante Einblicke in die letzten Jahrzehnte gewährt. Die Vita des Autors hier aufzuzählen würde jeden Rahmen sprengen. Als junger Mann war er Pressesprecher vom österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. Jüngeren Nichtösterreichern sei erklärt, dass das wohl der letzte Staatsmann der Alpenrepublik war, der noch Weltpolitik mitgestaltet hat.  Kunz war auch viele Jahre beim ORF – bis hin zum Intendant -, er war auch Verlagsdirektor im Molden-Verlag und später Leiter vom renommierten Salzburger Jazz-Herbst. Der Mann hat schon was zu erzählen – und jetzt tut er das über Frank.

Alexander Bach kennen noch nicht viele in der Sinatra Society, dabei ist er ein sehr umtriebiges Mitglied. Er ist auch der, der hinter den Regionaltreffen in Köln steht, und er ist auch unser neuer Moderator in Facebook. Also dass sich da jetzt wieder mehr tut, das verdanken wir ihm, und ich bitte alle Mitglieder ihn dabei zu unterstützen. Alexander ist im Privatleben ein – ja was eigentlich – also ich würde sagen durchaus umtriebiger Künstler. Er arbeitet als Moderator, Sprecher, gibt künstlerischen Unterricht, und tritt mit verschiedenen Programmen auf – Stand-Up Melancholie & Geschichten; wie er selber schreibt. Franks „It’s Nice To Go Travelling“ hat ihn zu einer besonderen Geschichte inspiriert, die er für uns hier zum Besten gibt.

Ich wünsche gute Unterhaltung, und natürlich unser traditionelles

Keep swinging,

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